Heute bin ich jemand anders – mein erster Besuch in der STARTER Schauspielschule

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Als leidenschaftliche Theatergängerin und hochmotivierte Komparsin war ich überaus glücklich, das Angebot bekommen zu haben, die offene Klasse der STARTER Schauspielschule zu besuchen und in meinem Blog darüber zu berichten. Abgesehen von der Teilnahme am Landshuter Jugendclub, in dem ich für einige Monate Schauspielunterricht bekam, beschränkte sich meine Erfahrung nur auf Schultheateraufführungen und wenige Kleindarstellerrollen. Umso gespannter war ich, als ich am Donnerstagabend die Treppe zur Schule hochging. Ich war neugierig auf den Unterricht, auf die Dozentin, die Teilnehmer und den gesamten Abend.

Als ich das oberste Stockwerk erreichte, öffnete mir eine sehr freundliche und charismatische Lehrerin die Tür. Ihre offene und herzliche Begrüßung hatte mich sofort beruhigt. Da ich die Erste war, konnte ich mit Liz sprechen und in aller Ruhe den Blick durch den großen, zweigeteilten Raum schweifen lassen, der sehr gemütlich und charmant wirkte. Nach und nach kamen die anderen Teilnehmer, die freudige Umarmungen verteilten und übers ganze Gesicht strahlten. Die familiäre Atmosphäre war deutlich zu spüren. Da das eine offene Klasse für Erwachsene war, konnten die Teilnehmer nicht unterschiedlicher sein, auch was das Alter betraf: Da war die Balletttänzerin Lisa, die angehende Schauspielstudentin Sophie, die Lebensmittelchemikerin Sarah, die Hobbyschauspielerin und Büroangestellte Denise, Markus und Giorgio, die ebenfalls im Büro arbeiteten. Seit Jahren besuchten sie die Klasse und erzählten, dass Liz jede Woche den Unterricht neu vorbereite und man immer gespannt sein dürfe, was auf einen zukommt. Sie erzählten auch, dass fast jede Woche eine andere Konstellation von Teilnehmer da sei. Es gab zwar einen festen Bestandteil, der jede Woche kam, aber häufig auch neue Interessenten und solche, die es nicht schafften, regelmäßig anwesend zu sein.

Wir fingen zuerst mit einigen Atem- und Stimmübungen an, bei denen wir unseren Körper lockerten, die Atmung sowie die Artikulation trainierten. Nach den ersten Minuten verlor ich jegliche Hemmungen und fing an, mich nur auf mich selbst zu konzentrieren anstatt über die Wirkung meiner Handlungen nachzudenken, denn schließlich taten alle das Gleiche. Im zweiten Teil des Unterrichts übten wir, den Fokus nicht mehr auf uns selbst zu legen, sondern die Anderen zu fühlen und uns auf sie einzulassen. Das waren die sogenannten Sensibilitätsübungen, die gezeigt hatten, dass jahrelanges Zusammentrainieren den Schülern die Fähigkeit gab, einander zu spüren. Für mich waren diese Übungen sehr erfrischend und die Ergebnisse beinah magisch. Zum Schluss durften wir pärchenweise zusammen improvisieren. Liz gab die Rollen sowie den ersten Satz vor und der Rest war den Teilnehmern frei überlassen. Es folgten kreative, lustige, überraschende und freche Ministücke und die Teilnehmer erwiesen sich als sehr fantasievoll, spontan und schauspielerisch begabt. Und das Wichtigste war, dass alle Riesenspaß daran hatten. Spaß war das, was bei allen von Anfang an im Vordergrund stand. Da sie keinen Druck hatten, eine Prüfung abzulegen, besuchten sie die Klasse freiwillig und Liz musste nicht streng mit ihnen sein.

Es gibt viele Motivationen, die Schauspielschule zu besuchen. Manche möchten ihre Kreativität fördern und ihre Fantasie ausleben, die Anderen möchten einen Ausgleich zu ihrer Büroarbeit haben. Aber allgemein lohnt es sich immer, einen Versuch zu wagen, denn man lernt wahnsinnig viel über sich selbst kennen, wenn man etwas Neues ausprobiert. Es gibt kein Alter, bei dem es zu spät ist und man muss auch nicht perfekt Deutsch sprechen oder wie ein Model aussehen, um am Unterricht teilzunehmen. In der offenen Klasse von Liz ist man gut aufgehoben. Sie ist nicht nur lieb und kompetent, sondern weiß auch, wie man den Unterricht interessant gestaltet.

Nach der Stunde blieb ich noch länger, um mich mit Liz zu unterhalten und mehr von ihr zu erfahren. Sie verriet mir, dass sie seit 20 Jahren als professionelle Schauspielerin und seit 9 Jahren zusätzlich als Dozentin für Schauspiel und Rhetorik arbeite. Mit frischer Stimme und einem unglaublich sympathischen Lächeln erzählte sie, dass sie im Oktober im Bremer Kriminal Theater im Werner Schwabs Die Präsidentinnen auftreten werde. Da ich bereits nach zwei Stunden fasziniert von ihr war, möchte ich sie auch unbedingt als Darstellerin sehen.

Als ich die Schule verließ, stoß ich auf die anderen Teilnehmer, die am Straßenrand standen und sich fröhlich unterhielten. Ich stellte mich dazu. Alles andere konnte warten, man lernte schließlich nicht jeden Tag so interessante und liebenswürdige Menschen kennen. Am Schluss verabredeten wir uns für die nächste Stunde und darauf freute ich mich.

Vielen lieben Dank an die Starter Schauspielschule für die liebe Einladung!
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Autor: metropolenherz

Ich bin Thao Tran - Studentin, Reisende, Kunst- und Literaturliebhaberin. Ich freue mich über deinen Besuch.

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